Projektdetails

ASTRA - Auswirkungen des automatisierten Fahrens (TP 3)

Automatisiertes Fahren als Kernelement eines digitalen Verkehrs ist in vielerlei Hinsicht herausfordernd für die verschiedenen Akteure seitens Staat, Wirtschaft und Industrie.

Ziel der Forschungsarbeit im Auftrag des schweizerischen Bundesamts für Straßen (ASTRA) war es, die mit dem teil- und vollautomatisierten Fahren anfallenden Daten, ihren Umfang, ihre strategische Bedeutung und ihre Nutzungsmöglichkeiten im Rahmen der zu betrachtenden Nutzungsszenarien einzuschätzen. Dabei sind Fragen des Datenschutzes zu berücksichtigen.

Von besonderem Interesse war die Datenverwendung für die Verkehrssteuerung und -lenkung sowie für die Gestaltung von Mobilitätsangeboten und für den Mobilitätszugang. Ein besonderes Augenmerk war dabei auf die Rolle der in Frage kommenden Stakeholder zu legen.

Der dafür nötige Bedarf an digitaler Infrastruktur und die Anforderungen an den Aufbau und den Betrieb einer solchen waren aufzuzeigen. Die daraus gewonnen Erkenntnisse wurden in Form von Handlungsempfehlungen für die relevanten Stakeholder zusammengefasst.

ASTRA - Auswirkungen des automatisierten Fahrens (TP 3)

Projektdetails

Dauer 09-2018 - 11-2019

Website https://www.astra.admin.ch/astra/de/home/themen/intelligente-mobilitaet/studien-und-berichte.html

Koordinator Roland Müller Küsnacht (RMK)

Projektziele

Die Projektziele von ASTRA: 

  • Bezeichnung der relevanten Datenquellen und Ermittlung des Umfangs der von ihnen generierten Daten sowie die Klärung des Harmonisierungs- und Normierungsbedarfs;
  • Beschreibung der Nutzungsmöglichkeiten der Daten und Beurteilung ihrer strategischen Bedeutung;
  • Beschreibung und Bewertung der relevanten Nutzungsmöglichkeiten eines Teils dieser Daten für die künftige Lenkung und Steuerung des Verkehrs;
  • Folgerungen im Hinblick auf die Bedeutung und die Rolle der relevanten Stakeholder;
  • Formulierung von Handlungsempfehlungen anhand der relevanten Stakeholder.

Ergebnisse

Technische Empfehlungen:
Zeitsynchronität ist der Schlüssel für die Funktionalität digitaler Systeme. Die Behörden sollten sicherstellen, dass die technischen Anforderungen für die Synchronisation mit der Basiszeit beibehalten und erweitert werden, unabhängig davon, ob dies im Rahmen der öffentlichen Beschaffung oder durch Beeinflussung des Marktumfelds und der Mechanismen erreicht wird. Gleiches gilt für die Sicherstellung einer hohen Ortungsgenauigkeit an jedem Punkt des weiteren Verkehrssystems. Hierfür sind im Rahmen der Planung, der Realisierung und des Betriebs von Verkehrsinfrastrukturen entsprechende Maßnahmen vorzusehen. Erforderliche technologische Maßnahmen zur Abwendung von Störungsrisiken müssen identifiziert und bewertet werden, ggf. auch durch weitere Forschung.

Um den Zugang zu den Daten zu sichern, erscheint es als unabdingbar, dass sich die Schweizer Behörden in europäischen und internationalen C-ITS-Gremien sowie in entsprechenden europäischen und internationalen Forschungsprojekten unter Berücksichtigung der nationalen Interessen der Schweiz beteiligen. Im Bereich der Sensortechnologien zeigt sich ein Forschungsbedarf zum Thema der Sicherung einer hohen Datenqualität. Insbesondere empfehlen die Autoren und Autorinnen, den Fokus auf den Umgang mit ungünstigen Umgebungsbedingungen, hinreichend genaue Klassifizierungsmethoden, Risikominderung im Hinblick auf Fehlerkennungen oder Systemausfälle sowie die Auslegung notwendiger Redundanzen und Rückfallebenen zu legen.

Klarheit im Umgang mit großen Datenmengen, Rechenleistung, Speicherkapazitäten und Cloud-Lösungen unter Berücksichtigung von Verfügbarkeit und Cybersecurity sind Schlüsselfaktoren im Hinblick auf die IKT-Systemanforderungen. Auch werden zentrale IKT-Elemente wie Cloud-Speicher und Gadgets für IKT-Systeme meist von einer Handvoll marktbeherrschender Unternehmen kontrolliert: Dies kann eine große Herausforderung für den öffentlichen Sektor darstellen. Diejenigen Systemkomponenten, die Echtzeitanforderungen unterliegen, müssen zugunsten der Sicherheit des Gesamtsystems identifiziert werden. Zu diesem Zweck sollten Behörden gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Verkehrswirtschaft einen Satz expliziter Anforderungen definieren.

Die Qualitätssicherung erfordert die Definition von relevanten Mindestanforderungen an die Datenquellen. Die damit verbundene Standardisierung ist möglichst als kontinuierlicher Prozess unter Einbeziehung aller wichtigen Akteure zu gestalten. Dabei sind auch diejenigen Datenquellen zu identifizieren, deren Ausfall kritisch wäre.

Angesichts von Mischverkehrssituationen ist letztlich unklar, ob und inwieweit Verbesserungen zur Sicherstellung der Verkehrssicherheit realistischerweise eingerichtet werden können und welche Anforderungen damit verbunden wären. Auch erscheint es sinnvoll, angesichts der unterschiedlichen Datenverfügbarkeiten die relevanten Aspekte im Sinne einer detaillierten Ausgestaltung zu bewerten.

Mit Blick auf den Datenschutz empfiehlt sich eine forschungsbasierte Erkundung der Potenziale dichotomer Datensystemarchitekturen, damit Behörden und Dritte unabhängig voneinander Zugriff auf für beide Seiten nutzbare Daten erhalten.

Die Sicherung intermodaler Verbindungen ist ein Kernaspekt effizienter Intermodalität, daher sollten Fragen zu relevanten Chancen und Herausforderungen erforscht werden.

Rolle von Rupprecht Consult

Rupprecht Consult war im Projekt mit dem Schwerpunkt Datenumgang betraut.

Kontaktinformationen

Wolfgang Backhaus
+49 221 6060 55 19
w.backhaus@rupprecht-consult.eu

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